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von Prof. Dr. Heiko Hessenkemper Heiko Hessenkemper

Beim Thema Elektromobilität habe ich Déjà-vu-Erlebnisse im Vergleich zur Energiewende: Am Anfang vielleicht gut gedacht aber miserabel umgesetzt, was viel von dem wenigen auszeichnet, was Frau Merkel angepackt hat.

Emissionsfreie Mobilität, möglichst aus regenerativen Energien, klingt prinzipiell gut. Nur es läuft eben nicht, denn die eine Million Pkw bis 2020 werden nicht erreicht – selbst, wenn ich aus dem Füllhorn der dem Bürger abgenommenen Steuermittel ein wenig als „Prämie“ zurückgebe.

Der Bürger scheint dieses Desaster zu ahnen, auch wenn der staatstragende Medienrummel meistens mitzieht. Was sind die Gründe und welche Alternativen gibt es? Wie machen andere erfolgreichere Ansätze?

Zunächst einmal macht man den ersten Schritt vor den Zweiten. In Norwegen hat man sich sehr intensiv um die Infrastruktur und besondere Vergünstigungen bemüht, wie beispielsweise die parallele Benutzung von speziellen Fahrbahnen zusammen mit dem öffentlichen Nahverkehr. In China werden über 20 Millionen Elektrofahrräder pro Jahr verkauft. Hierfür gibt es spezielle Lösungen, wie eigene besondere Fahrwege in Großstädten, bleibasierte schwere Batterien auf speziell verstärkten Fahrrädern, teilweise staatliche Läden, bei denen gegen geringe Gebühren Batteriepacks ausgetauscht werden etc.

Dies ist wahrscheinlich der Schlüssel: Wieso eine Million Pkw bis 2020 statt einer Vielfalt der Ansätze? Die Elektrofahrräder sind bereits heute, auch bei uns, ein Erfolgsmodell und können einen wesentlichen Beitrag im Nahverkehr leisten, wobei auch hier das Augenmerk auf die Wegeinfrastruktur zu legen wäre. Im Bereich der Nahlogistik, wie die Post es vormacht, könnte ein nicht unerheblicher Beitrag geleistet werden.

Ein Kernproblem liegt im Bereich der Batterien, wobei mir bis heute noch keine Ökobilanzen bekannt sind, welche die gesamte Lithiumkette bis hin zum Recycling bewerten. Zudem hinkt die deutsche Industrie in dieser Technologie hinterher. Warum also nicht die Batteriefrage zumindest zeitlich umgehen? Im öffentlichen Nahverkehr mit Straßenbahnen etc. wird dies gemacht. Warum dies nicht weiter ausbauen – auch mit der Wiederbelebung von alten Konzepten, wie Oberleitungsbussen?

Ein entscheidender Aspekt der Elektromobilität liegt natürlich im Fernverkehr. Während sich hier mit dem Pkw zwar Hybridmodelle anbieten, die aber keinen wesentlichen Emissionsbeitrag leisten können, da die Langstrecken nach wie vor fossile Energie benötigen, haben wir mit der Eisenbahn schon längst Lösungen gefunden. Diese Lösungen könnten perfekt arbeiten, wie das beispielsweise die Schweiz zeigt.

Hierzulande wurde allerdings mit der von Schröder und der SPD vorangetriebenen Privatisierung der Bahn diese gleichsam kastriert, wobei gerade hier ungeheures Potential steckt. Mit dem „Nachtsprungkonzept“ könnte ein erheblicher Teil des Lastkraftverkehrs auf die Schiene verlegt werden, insbesondere zu Zeiten mit geringerer Auslastung der Bahnstrecken, nämlich nachts. Etwa alle 150 km könnte ein Knotenpunkt zur Be- und Entladung von Lkw eingerichtet werden, so dass diese nur noch eine kurze Reststrecke benötigen würden. Lkw-Fahrer könnten auf dem Transport ihre Ruhezeiten einlegen, das Stromnetz wäre ebenfalls nachts sinnvoller ausgelastet. Damit könnte auch ein Beitrag zur Netzstabilität geleistet werden. Der Schienenverschleiß dürfte deutlich unter den Kosten des durch Lkw-Kilometer verursachten Straßenverschleißes liegen. Die Emissionen würden dramatisch sinken. Die durch Lkw-Unfälle verursachten Probleme würden reduziert etc. Das wäre spürbare Elektromobilität vom Feinsten!

Das Schlimme: Ein solches Nachtsprungkonzept ist von der Bahn in allen ökonomischen und ökologischen Konsequenzen vor langer Zeit schon positiv erarbeitet worden, doch musste dieses scheitern, weil es durch politische Lobbyarbeit der Automobilindustrie abgelehnt wurde.

Nicht den schönen, medial unterstützten Schein (eine Million E-Pkw) brauchen wir, sondern die konkrete Umsetzung guter Ideen gegenüber Bürokratie und Industrieeinflüssen. Die Politik muss wieder Akzente setzen. Dazu scheinen auch in dieser Frage die etablierten Parteien nicht mehr willens oder gar fähig zu sein.

Es besteht die Möglichkeit, am 24. September 2017 bei der Bundestagswahl diese Situation zu ändern. Daher: Unser Deutschland zuerst!

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